Kaninchen müssen über den ganzen Tag verteilt Futter in vielen kleinen Portionen aufnehmen können.
Zur Deckung ihres Rohfaserbedarfs müssen sie stets Heu zur Verfügung haben. Diese Grundkost ist elementar wichtig zur Aufrechterhaltung der physiologischen Darmflora sowie für die physiologische Abnutzung der Backenzähne. Heu kann aber aufgrund seiner Nährstoffarmut nicht als Alleinfutter gegeben werden.
Saftfutter sollte ebenfalls täglich, aber rationiert in zwei bis drei Portionen angeboten werden. Die Ration soll vielseitig gestaltet sein und aus verschiedenen Salatsorten, Obst (z.B. Apfel, Birne, etwas Banane), Gemüse (Möhren incl. Grün, Tomate, Gurke, Paprika etc.) und Kräutern (Löwenzahn, Dill, etwas Petersilie) zusammengesetzt sein. Das Futter darf nur frisch, sauber und trocken angeboten werden, weil es sonst zu Bauchschmerzen mit zum Teil lebensbedrohlichen Blähungen und Durchfall führen kann. Bei manchen Kaninchen führt auch die Verfütterung von Klee und Kohl zu den genannten Beschwerden. Stark kalziumhaltiges Futter (z.B. Petersilie, Dill, Broccoli, Kohlrabiblätter, Luzerneheu und andere Luzerneprodukte, Grünrollis, Joghurtdrops) sollte stets nur in geringen Mengen gereicht werden, um nicht die Bildung von Blasen- und Nierensteinen zu fördern.
Die Ration wird durch handelsübliche Mischfuttermittel (Mischung aus Sämereien, v.a. Getreide, und Pellets) ergänzt, die aber nur restriktiv (ca. ein Esslöffel/kg Körpergewicht täglich) zugefüttert werden dürfen. Ad-libitum-Fütterung führt, vor allem wegen einer Selektion besonders schmackhafter Komponenten, leicht zu einer bedarfsüberschreitenden Energieaufnahme bei gleichzeitig unausgewogenem Nährstoffverhältnis.
Pelletierte Alleinfuttermittel sind i.d.R. besser geeignet als Mischfuttermittel..
Nicht Kaninchen-gerecht sind die meisten im Handel angebotenen „Ergänzungsfuttermittel“ und „Leckerli“ (z.B. Knabberstangen, Drops, Waffeln und vieles mehr) aufgrund ihres meist hohen Zuckergehalts.
Die Folgen einer Ernährung, die zum großen Teil aus handelsüblichen Mischfutterfutter und „Leckerli“ besteht, sind ein mangelhafter Zahnabrieb und daraus resultierend eine ständig korrekturbedürftige, schmerzhafte Zahnfehlstellung sowie ein krankhaftes Übergewicht.
Zur Befriedigung des Nagetriebes dienen Zweige von Haselnusssträuchern, Ahorn-, Buchen-, Apfel- und Birnbäumen sowie von Rottannen.
Frisches Trinkwasser muss immer zur Verfügung stehen, auch wenn die Tiere bei Verfüttern von Saftfutter meist nur wenig trinken.