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Borreliose

Erreger: Bakteriengruppe namens Borrelia burgdorferi sensu lato

Überträger: Gemeiner Holzbock, Ixodus ricinus

Mehr als 900 Zeckenarten gibt es weltweit, von denen viele als Wirt für Krankheitserreger dienen.

In Mitteleuropa ist es vor allem der gemeine Holzbock, Ixodes ricinus, der die gefürchtete Borreliose überträgt. Gefürchtet, da ihre Symptome bei Hund und Mensch unspezifisch sind und die Krankheit oft nicht richtig erkannt wird. Eine sichere Diagnose ist nur mit einer Laboruntersuchung möglich.

Neben Borreliose überträgt der Holzbock die Viruskrankheit FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), das Louping III Virus und Anaplasma phagocytophilum.

Entwicklungszyklus: Der gemeine Holzbock, Ixodus ricinus, durchläuft einen dreistufigen Entwicklungszyklus und kann mehrere Jahre leben. Nach jeder Blutmahlzeit tritt er in eine neue Entwicklungsstufe ein und entwickelt sich von der Larve über die Nymphe bis zur erwachsenen Zecke.

Weibliche Tiere saugen mehrere Tage lang Blut bis sie eine Größe von bis zu einem Zentimeter erreichen. Voll gesaugt lassen sie sich zu Boden fallen und legen dort ihre Eier ab.

Bei warmer, feuchter Witterung klettern die aus den Eiern geschlüpften Larven an Grashalmen und Blättern nach oben und klammern sich mit ihren Vorderbeinen an neue Wirte, die sie mit ihrem gut entwickelten Geruchssinn aufspüren.

Die Larven bevorzugen als Wirt Kleinsäuger wie Mäuse und Eichhörnchen. Die Nymphen befallen bereits größere Wildtiere wie Hasen, Füchse und Rehe und auch schon Haustiere wie Hund und Katze. Erwachsene Zecken suchen sich meist große Säuger als Wirt.

Den Krankheitserreger, eine Bakteriengruppe namens Borrelia burgdorferi sensu lato, nehmen die Zecken beim Saugen an Kleinsäugern auf, die ein Reservoir für Borrelien darstellen.

Krankheitsrisiko: Obwohl nicht jede Zecke Krankheitserreger in sich trägt und nicht jeder Zeckenbiss sofort zu einer Infektion führt, ist das Krankheitsrisiko sehr hoch. Untersuchungen in Deutschland ergaben, dass bei 25% der Zecken Borrelien im Speichel zu finden sind. Ab einem Befall von 20 Zecken ist rein rechnerisch von einer Infektion auszugehen. Schon der erste Zeckenbiss im Frühjahr kann eine Borreliose zu Folge haben.

Symptome: Mit Borrelien infizierte Hunde entwickeln eine stille Infektion. Oft zeigen die Hunde nur leichte Störungen im Allgemeinbefinden mit Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Unlust. Über Wochen hinweg entwickeln sich in den Gelenken schmerzhafte Entzündungen, die zu bleibender Lahmheit und chronischen Gelenkentzündungen führen können.

Zeckenprophylaxe beim Hund ist Gesundheitsvorsorge für den Menschen.