
Eine Therapie bei Tumorerkrankungen kann je nach Tumorart eine Kombination aus Chemotherapie, chirurgischer Entfernung von Tumorgewebe und Strahlentherapie sein.
Vorrangiges Ziel einer Krebstherapie bei Tieren ist, dem Patienten eine gute Lebensqualität zu erhalten oder wiederherzustellen. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das, dem Tier soll es trotz seiner Krankheit gut gehen und es soll erkennbar Freude am Leben haben. Eine Lebensverlängerung ist weniger wichtig. Hier unterscheidet sich die Tiermedizin deutlich von der Humanmedizin.
Eine dauerhafte und vollständige Heilung ist auch bei Tieren nicht bei allen Tumorerkrankungen möglich 1. Die Heilungschancen hängen nicht nur wesentlich von der Art des Tumors und seinem Wachstumsstadium ab, sondern werden auch vom übrigen Gesundheitszustands des Tieres beeinflusst.
1 Eine Ausnahme bildet z.B. das Sticker Sarkom an Penis oder Vagina. Es lässt sich sehr gut und vollständig mit einer Chemotherapie heilen.
Eine Krebstherapie besteht meist aus der Kombination von verschiedenen Maßnahmen. Zu den Maßnahmen zählen die chirurgische Entfernung des Tumorgewebes, Chemotherapie und Strahlentherapie. In der Kleintierklinik am Hochberg stehen für Chirurgie und Chemotherapie jeweils erfahrene Spezialisten zur Verfügung, die Hand in Hand arbeiten. Thomas Rieker führt seit vielen Jahren Chemotherapien durch und ist Mitglied der Spezialistengruppe der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin in der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft . Für eine Strahlentherapie arbeitet die Kleintierklinik am Hochberg mit der Kleintierklinik der Universität Zürich oder München und der Strahlentherapie Abteilung der Tierklinik Hofheim zusammen .
Bei den vielen Tumoren wird eine vollständige chirurgische Entfernung des erkrankten Gewebes angestrebt. Angrenzendes Gewebe und die dazugehörigen Lymphknoten werden dabei mit entfernt, damit sich keine Metastasen bilden können. In Kombination mit einer Operation kann eine Chemotherapie sinnvoll sein und die Heilungschancen verbessern. Sie empfiehlt sich z.B. bei Tumoren mit einer hohen Rückfallquote oder einer starken Neigung zu metastasieren. Eine alleinige Chemotherapie ist Mittel der Wahl wenn der Tumor sich über die Lymphbahn im ganzen Körper ausbreitet und eine chirurgische Entfernung nicht möglich ist. Dies ist z.B. beim Malignen Lymphom der Fall.
Anders als beim Menschen wird mit einer Chemotherapie bei Tieren nicht die vollständige Heilung des Patienten angestrebt, sondern Ziel ist es, die Krankheitssymptome für einen möglichst langen Zeitraum bei Erhalt der vollen Lebensqualität zu beseitigen. In der Tiermedizin wird zur Chemotherapie eine Wirkstoff-Dosis angesetzt, die nur 70% der vergleichbaren Dosis beim Menschen ausmacht. Zur Behandlung von Tieren stehen prinzipiell die gleichen Medikamente zur Verfügung wie in der Humanmedizin. Erfahrungsgemäß vertragen Tiere die Medikamente aber wesentlich besser als der Mensch und die starken, oft sehr belastenden Nebenwirkungen wie in der Humanmedizin sind nicht zu befürchten. Normalerweise kann eine Chemotherapie von einer verantwortungsbewussten Person zu Hause durchgeführt werden, wenn einige Regeln und Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit Zytostatika beachtet werden. Wir klären Sie dazu sorgfältig auf.
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